Brötchen selbstgebacken

das gelingt immer - und schmeckt!

 

 

Hallo liebe Lesefreunde,
auf vielfachen Wunsch habe ich heute einmal niedergeschrieben, wie ich meine Brötchen selber backe. In den ersten Jahren war es eine schwere Zeit für meine Famlie, da es erst weiße Steine, dann harte Brötchen, dann nicht schmackhafte..., usw. waren.
Aber, es ist einfach so, daß ein Bäcker es einem nie richtig verrät. Mittlerweile schmeckt mir und meiner Familie weder das Brot, welches es meist zu teuer und zu "einheitsteigmäßig" zu kaufen gibt, noch die Standard-Einheitsbrötchen.

 

Und dann ist es auch eine Kostenfrage. Selbstgebackene Brötchen kosten mich nur
so um die 5 - 7 Cent. Deshalb jetzt das Rezept, nachdem die Brötchen jedem von euch auch gelingen sollten. Ich beschreibe den Grundteig für normale Brötchen. Da kann man noch folgendes anfügen:
Entweder dem Teig (aber erst vor dem 2. Durchkneten = nach dem ersten Gehen)
geräucherte Speckwürfel oder diese fertigen Röstzwiebeln beigeben, schmeckt herrlich.
Was ich auch gerne mache: wenn ich die Brötchen geformt habe, tauche ich sie erst (bis auf den Boden) in lauwarmes Wasser und dann in eine Schüssel mit Mohn (nicht den
gemahlenen Mohn für Strudel nehmen, sondern ganzen Mohn aus dem Backregal)
oder mit Sesam.
Alternativ gebe ich auch, bevor ich die Brötchen in den Backofen schiebe, auf die Brötchen eine Scheibe Gouda (dann aber nach 5 Min. die Temperatur schon auf 200°C runternehmen, damit der Käse nicht verbrennt und bitter schmeckt). Meine Käsebrötchen werde ich immer als erstes los!

 

Noch ein kleiner Tipp: da die Backhefe nur eine begrenzte Haltbarkeit hat, friere ich immer ein Dutzend dieser Würfel (mit dem Papier, so wie aus dem Laden) ein. Ihr dürft sie vor dem Gebrauch nur nicht auftauen, sondern haltet sie kurz unter kalten Wasser,
dann kann man das Papier vor der gefrorenen Hefe leicht abbekommen, nehmt etwas
wärmeres Wasser, nicht heiß!, und löst die Hefe darin auf. Ist kein Unterscheid zur
frischen Hefe und man hat sie immer backbereit im Haus.
Dieser Tipp einer Bekannten hat mir jetzt seit 2 Jahren das Wegschmeißen von abgelaufener Hefe erspart.

 

Wichtig ist noch, daß ihr 550er Weizenmehl nehmt. Das normale Mehl taugt nicht viel dazu, hat nicht so gute Klebeeigenschaften und der Geschmack ist, wie z.B. auch bei Kristallzucker, ziemlich fad. Ich nehme zum Backen auch schon lange keinen Haushaltszucker mehr, sondern nehme immer diesen dunklen Rohrzucker. Ist irgendwie schmackhafter beim Brot. Doch jetzt geht es endlich los!

 

Backofen vorheizen auf 40 - 45°C

 

Bei meinem Backofen habe ich ein elektronisches Thermostat, das ist da praktischer.
Ansonsten lieber genau prüfen. Wenn die Temperatur über 50°C geht, geht die Hefe kaputt, dann lieber nur 40°C nehmen und etwas länger gehen lassen. Geht auch an einem warmen Ort, doch habe ich festgestellt, das das Gehen im Backofen, Sommer, wie Winter, konstanter ist.

 

- Eine Schale mit Wasser unten auf den Boden (des Backofens natürlich) stellen.
- Eine Schüssel zum Teiganmengen bereitstellen.

 

Am besten auf einer Waage genau 250 g = 1/4 Liter lauwarmes Wasser abwiegen.
(Ich habe festgestellt, daß die genaue Menge an Wasser wichtig für das Gelingen ist)

 

In das Wasser einen halben Teelöffel Zucker geben und die Hefe mit der Hand darin auflösen. Das Hefewasser ca. 3-5 Min. stehen lassen, bis kleine Bläschen aufsteigen.

 

500 g Weizenmehl, Type 550, in eine Schüssel geben,
1 - 1/2 Teelöffel Salz dazu
1 Teelöffel Öl (ich nehme immer Olivenöl, da es mehr Aroma hat. Dies ist aber Geschmacksache) dazu

 

Das Hefewaser dazu und alles zu einem geschmeidigen Teig kneten. Solange kneten, bis der Teig schön glatt ist, ca. 5 - 10 Minuten. Ich habe ein sehr großen Küchenbrett (geht auch auf der glatten Arbeitsplatte), darauf lege ich den Teig, nachdem ich ihn in der Schüssel vorgeknetet habe und walke ihn mit den Händen durch. Geht wesentlich besser, als mit der Küchenmaschine und ich habe nicht soviel sauberzumachen.

 

Den fertigen Teig zu einer Kugel rollen, wieder in die Schüssel legen und mit einem
sehr feuchten, fast nassen Geschirrtuch abdecken und für rund 30 Min. in den Backofen bei 40-45°C stellen. Diese Zeit ist ungefähr, da der Teig sich gut verdoppeln sollte. Dies kann aber auch schon mal etwas schneller gehen oder länger dauern, je nach Umgebungstemperatur.

 

Danach den Teig mit bemehlten Händen rausnehmen und auf eine bemehlten Fläche
noch einmal gut durchkneten und zu einer Rolle formen. Diese schneide ich mit dem Messer in der Mitte durch und rolle noch einmal zwei ca,. 24 cm lange Rollen draus,
die ich in jeweils 5 gleiche Stücke schneide, so daß es 10 Brötchen ergiebt. Jetzt ein Backblech nehmen und am besten mit Backpapier auslegen, alternativ leicht einmehlen.

 

Ich nehme jetzt 1 Teigstück in die linke Hand und rolle, diese Hand flach haltend mit der rechten Hand, die ich so leicht hohl nach innen halten eine Teigkugel. Man kann auch kleine Rollen formen, die man mit dem Messer zu einem Drittel einschneidet, nach dem man sie auf das Blech gelegt hat, dann ergibt es längliche Brötchen.

 

Diese Teigkugel lege ich auf das Backblech. Sie ist dann so ca. 3 -4 cm im Durchmesser. Anschließend mit einem scharfen Messer die Teigkugeln einkreuzen oder, wie oben beschrieben, vorher mit Mohn oder Sesam bedecken.

 

Wenn die Brötchen auf dem Backblech sind, schiebe ich es (jetzt ohne Tuch) wieder auf die unterste Schiene des Backofens und lasse die Brötchen ca. 35 - 45 Min gehen. Das muß man dann sehen. Sie sollten die Größe des fertigen Brötchen haben. Dann nehme ich sie vorsichtig raus und bedecke sie vorsichtig mit einem TROCKENEM Geschirr- tuch, damit sie nicht zusammenfallen.

 

Jetzt wird der Backofen auf 220 - 230°C mit Heißluft vorgeheizt. LIeber etwas heißer, als zu kalt. Das Wasser in der kleinen Schüssel kommt dabei zum Kochen und muss auch während des Backens drin bleiben.

 

Ist die Temperatur erreicht, die Blech mit den Brötchen reingeben und nach ca. 7 Min.
ich habe dafür eine Blumenspritze, mit Wasser besprühen und die Temperatur auf
210 °C runternehmen. Es sollte dann nur noch etwa 7 Min dauern, bis sie fertig sind.

 

Hier müßt ihr etwas probieren, da jeder die Brötchen unterschiedlich knusprig haben will. Doch hier noch einige weitere Möglichkeiten:

 

Ich nehme auch schon mal die Menge Teig für ein halbes Brötchen und forme es um eine Bifi oder ähnliches. Ergeben herrliche Wurstbrötchen, die man auch gut einfrieren kann. Danach nur in der Mikrowelle auftauen - herrlich lecker!

 

Oder ich nehme statt Wasser für den Teig - Milch und etwas Zucker. Dann habe ich herrliche Milchbrötchen, die mit Rosinen verfeinert, leckere süße Brötchen ergeben.
Ihr werdet erstaunt sein, was da alles möglich ist. Und alles nur für "Pfennige". Wenn ihr den Dreh einmal raushabt, mögt ihr auch keine "Einheitsbrötchen" mehr essen.

 

Wenn man es einmal raus hat, dauert es ja auch gar nicht so lange, bis sie knusprig und duftend auf dem Tisch stehen. Wer da noch Fragen zu haben sollte, kann mich auch gerne anmailen.


Euer
Karl-Hubert Hase

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