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Wette des Todesby Sir Charles Blackwood
Es war so in den 80ern, als ich in einer fröhlichen Runde auf dem Flugplatz an der Wasserkuppe eine Geschichte hörte, die mich zum einen schlagartig ernüchterte und mir einige Nächte leichte Alpträume bescherte. Ich muß dazu sagen, daß wir an diesem Abend eine Nachtwanderung machten und ebenfalls den Friedhof besuchten. Die Mädels waren danach auch recht ankuschelnd…smile.
Wir saßen am Lagerfeuer, tranken unseren Stiefel Bier, um den Gewinn des Flugwettbewerbs zu feiern. Und es wurde, ich glaube es war Michael, der sie erzählte, da eine Geschichte erzählt, an die ich heute noch mit Schauern zurückdenke. Und zwar konnte er sich da an eine Sache erinnern, die in Hannover-Langenhagen, dem dortigen Flugplatz, vor einiger Zeit immer wieder erzählt wurde. Sie wurde sogar in der Presse erwähnt und er versicherte uns, daß sie wahr wäre. In der Jugendgruppe eines dortigen Heimatvereins war es Sitte, die Neulinge einer Aufnahmeprüfung zu unterziehen. Eine Prüfung der besonderen Art. Und zwar mußte der Frischling auf den dortigen Zentralfriedhof gehen, aber erst in der Mitternachtsstunde und alleine. Und dort mußte er in das Grab von Helmut Berger, einem bekannt-berüchtigten Kindesmörder, eine Gabel stecken. Es ging das Gerücht um, daß der Mörder immer wieder aus seinem Grab aufersteht, da man in den letzten Jahren immer wieder Leichenteile aus der Leine gezogen hatte. Das Ritual mit der Gabel sollte am nächsten Morgen allen zeigen, daß der Neuling auch wirklich dort gewesen sei. Nun, passierte es, daß wieder eine Prüfung anstand. Der Junge, ziemlich aufgeregt und mit den Zähnen klappernd, trat auf das Friedhofsgelände und machte sich auf den Weg zum betreffenden Grab. Das Herz schlug ihm bis zum Hals, der Himmel war wolkenverhangen und der Mond schien gespenstisch hindurch. Er wollte die Prüfung so schnell wie möglich hinter sich bringen, zumal die anderen vor dem Friedhofstor sicher noch flachsend auf ihn warten würden. Kaum am Grab angekommen, stieß er die Gabel fest und tief in den Boden und wollte zurück. In diesem Moment bemerkte er, daß ihn etwas am Boden festhielt und nicht wieder weglassen wollte. Er erschrak im wahrsten Sinn des Wortes zu Tode. Als man ihn am nächsten Morgen tot neben dem Grab liegen fand, stellte man fest, daß er in der Eile die Gabel durch seine Jacke hindurch in den Boden gesteckt hatte. So, und jetzt entscheiden Sie selber: Kann es sein, das diese Geschichte, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag, der reinen Wahrheit entspricht? Oder habe ich Sie einfach nur geschickt hinters Licht geführt? Vieles ist doch bei näherer Betrachtung anders, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Ist es ein moderner Mythos, der selbst Fachleute in die Irre führt? Auf dem www.Literaturpub.de können Sie darüber abstimmen und schöne Bücher gewinnen! |
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