![]() |
Leichengeruch im Porschevon Sir Charles Blackwood
Vor einigen Jahren kam mir bei einem Geschäftsbesuch in New York eine unglaubliche Geschichte zu Ohren. Wir waren nach einem erfolgreichen Tag im WTC abends mit Geschäftsfreunden in diversen Bars unterwegs, zogen um die Blocks. Die Story ist so grotesk, daß sie als wahr bezeichnet werden kann. Oder doch nicht? Das ist jetzt eine Ermessensfrage, oder soll ich sagen – Glaubensfrage? Es muß aber eine lukrative Geschäftsidee gewesen sein, da mir ähnliche Geschichten aus benachbarten Bundesstaaten zu Ohren gekommen sind.
Die Geschichte spielt sich in Plainfield, einige Meilen südwestlich von Big Apple. Genauer gesagt, in der Terrill Rd, in der Nähe des Milton Cambell Field. Anne Smith, 47 Jahre, seit einigen Jahren Witwe und finanziell seitdem auf wackeligen Beinen stehend, hatte wieder einmal eine Anzeige aufgegeben. Sie verließ gerade das Postamt, wo sie den Brief mit der Anzeige aufgegeben hatte. Dieser war adressiert an die örtliche Tageszeitung in Albertville, Alabama. Beiliegend der Text und die telefonisch vereinbarte Summe, 8 Dollar. Die Anzeige, die in den letzten 24 Monaten schon in einigen Städten den umliegenden Bundesstaaten veröffentlicht wurde, hatte in etwa folgenden Inhalt: Porsche 911 Carrera, silver
neuestes Modell, 2800 Ml, unfallfrei einwandfreier Zustand wegen Todesfall für nur $ US 2500 sofort zu verkaufen. blablabla… Bei einem geschätzten Wert von rund $ US 38.000 mehr als ein Schnäppchen. Und so eilte sie nach Hause, um in den nächsten Tagen die Anrufe zu beantworten, die das Telefon glühen ließen. „Weshalb sie den Wagen so billig abgeben würde“, war meist die erste Frage. Da muß doch ein Haken bei sein. Und so erklärte sie dann mit weinerlicher Stimme, daß sich in diesem Wagen ihr Mann umgebracht hatte. Da sie damals bei Ihrer Schwester in Miami weilte, erst 3 Monate später nach Hause kam, wurde ihr Mann in der Garage erst so spät gefunden, daß der Leichengeruch noch immer im Auto wäre. Man müßte dazu wohl das Innenleben herausbauen und komplett erneuern. Aber bei dem Preis sicher kein Thema. Sie wäre nur froh, wenn das Auto schnellstmöglich aus der Garage verschwinden würde, da es ihr beim Anblick und der Erinnerung an den Tod ihres Mannes ihr Herz zerreißen würde. Und so kam es, daß der Wagen schnell seinen Besitzer wechselte. Soweit der erste Teil der Story. Bis dahin schlüssig und nachvollziehbar. Jetzt kommt der unglaublich zweite Teil der Geschichte. Anne Smith hatte den Wagen mit faulem Fleisch präpariert. Und zwar so geschickt und versteckt, daß der Gestank nicht aus dem Auto heraus zu bekommen war, und auch niemand das „faule Versteck“ finden konnte. Da sie, für den Kunden sehr erfreulich, ein Rückgaberecht gegen saftige Nutzungsentschädigung vereinbart hatte, bekam sie das Auto regelmäßig nach einigen Wochen zurück. Wer wollte schon in einem nach Leiche stinkendem Luxusauto fahren. Und so zahlten ihr die Käufer mit säuerlicher Miene die vereinbarten $ US 1000 und waren froh, das Auto wieder vom Hals zu haben. Und schon ging die Aktion wieder von vorne los. Als sie endlich aufflog, konnten Anne Smith über 60 Fälle nachgewiesen werden, wo sie die Käufer über den Tisch gezogen hatte. Entsprechend hat viel dann auch das Urteil aus. So, und jetzt entscheiden Sie selber: Kann es sein, das diese Geschichte, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag, der reinen Wahrheit entspricht? Oder habe ich Sie einfach nur geschickt hinters Licht geführt? Vieles ist doch bei näherer Betrachtung anders, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Ist es ein moderner Mythos, der selbst Fachleute in die Irre führt? Auf dem www.Literaturpub.de können Sie darüber abstimmen und schöne Bücher gewinnen! |
Bücher unserer Autoren. Bestellen Sie diese über diesen Link. Er hilft für eine kleine Kostendeckung des Portals
![]() Das große Witzboldbuch 2 versandkostenfreie Lieferung ![]() Kleiner Mann im Ohr versandkostenfreie Lieferung |